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  Krausnick - Krusica (Siedl. an der Birnenpflanzung)  
 

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Herzlich willkommen in Krausnick

Man kommt ins Träumen , wenn man das kleine, schmucke Dörfchen von der Südseite her anschaut.....

In eine sanfte Mulde gebettet , strahlt es Ruhe und Gemütlichkeit aus. Hellgrüne, später goldgelbe Saatenstreifen und im Hintergrund die Krausnicker Berge mit ihren riesigen Nadel- und Mischwäldern im satten dunkelgrün - im Herbst durchzogen in allen nur erdenklich leuchtenden Farben der Natur runden den idyllischen Anblick ab.

Schaut man vom Mühlberg zur anderen Dorfseite hinab, so liegt einem der Spreewald und weit ausgedehnte Wiesenflächen mit üppigen Gräsern und hunderten bunten Blumenarten zu Füßen.

Krausnick ist das Bindeglied zwischen Berg- und Unterspreewald.

Hier kann man in aller Ruhe die Natur genießen, sei es beim Wandern in den Bergen und Wäldern, bei erholsamen Kahnfahrten durch den Spreewald, beim Angeln an den Heideseen und den Spreearmen, beim Relaxen an den zahlreichen Seen der Umgebung ...

Bereits lange vor unserer Zeitrechnung, vor etwa 1500-500 Jahren v. u. Z., lebten im Raum Krausnick Menschen. Die mehrmals am "Ruheberg" bei Ausgrabungen gefundenen Gegenstände, u.a. ein Urnengrab mit einer Urne mit Leichenbrand und anderen Gefäßen oder auch eine Deckeldose und ein altes, als Öllampe benutzes "Gänschengefäß" stammen aus der jüngeren Bronzezeit (etwa 800 v. u. Z.) und gehören zur Lausitzer Kultur.

Von 1004 der ersten urkundlichen Erwähnung - bis hin zum 30-jährigen Krieg (1618-1648), in dem auch Krausnick stark zerstört wurde, wissen wir leider nur sehr wenig. Das damalige Dorf lag überwiegend im "Kietz" und die Einwohner waren hauptsächlich Fischer und Bauern.

 

 
" Der Streit um den Kriegbusch"

Als Kriegbusch - früher Krigk-Pusche - wird ein Waldgebiet bezeichnet, das hauptsächlich aus Mischwald besteht und von Spreearmen durchzogen ist. Es umfaßt eine Größe von ca. 230 ha, gehört zur Oberförsterei Krausnick (Meierei) und ist wohl eines der schönsten Naturschutzgebiete des Spreewaldes.

Nach Angaben von Pfarrer Rausche , früher in Krausnick tätig , war der Kriegbusch schon vor mehr als 350 Jahren Streitobjekt der damaligen Kreise Lübben, Beeskow - Starkow und Luckau, dessen Gebietsgrenzen in diesem Bereich aufeinander trafen. In erster Linie ging es in diesen Streitereien natürlich um das hervorragende Holz.

Eine Urkunde aus dem Jahre 1583 belegt den Streit zwischen den Besitzern von Krausnick und Lübben. Die von den Lübbenern gekennzeichneten Grenzbäume wurden von den Krausnickern gefällt. 1595 beklagten sich die Lübbener, weil ihnen die Krausnicker Pferde, Kähne und Äxte gepfändet hatten. Daraufhin enstand ein Streit, der nicht nur schriftlich, sondern auch "Mann gegen Mann" ausgetragen wurde. Die Lübbener fühlten sich nach der " Lübbener - Fischer - Grenzbescheinigung " von 1575 im Recht. Diese wurde jedoch von den Krausnickern nicht anerkannt.

1667 ging eine Beschwerde seitens der Lübbener direkt an den Herzog von Sachsen. Obwohl keinerlei Beweise vorlagen (Feuerbrünste hatten die Unterlagen vernichtet), wurde eine neue, für Lübben günstige Grenzfestlegung vorgenommen.1732 waren auch diese Unterlagen verschwunden und ein weiterer Zwist entstand.

Erst als Friedrich Willhelm I. von Preußen das Gut Krausnick kaufte, trat eine gewisse Ruhe ein. Trotz allem ließen es sich die Lübbener nicht nehmen, heimlich Holz aus dem Kriegbusch zu holen .

 
Die Krausnicker Kreuzkirche

1728: Das Gut Krausnick gehörte nur dem Sohn des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I., der es nach seinem Tod erbte. Es wurde die alte Krausnicker Kirche abgetragen und die noch heute in ihrer ursprünglichen Form bestehende Kreuzkirche gebaut.

Mit ihrer ausgemauerten Fachwerkkonstruktion und der barocken Turmhaube ist sie heute eine besondere Seltenheit. Europaweit gibt es nur noch zwei Kirchen, die in ihrem Grundriß die Form eines römischen Kreuzes haben. 1885 baute der Berliner Orgelbauer Lange die auch heute noch funktionstüchtige Orgel.

Nach vielen Schwierigkeiten und durch die Hilfe vieler privater Spenden konnte die Krausnicker Kreuzkirche 1991 restauriert werden.

Am 17.April 1994 wurden die Kirche und die Orgel unter großer Anteilnahme aller Krausnicker und vieler Gäste wieder in Betrieb genommen und kann seither weiterhin als Wahrzeichen Krausnicks Bestand haben.

 
"Der Richtegrund"

Im Totenbuch von Krausnick befindet sich im Jahre 1752 in sehr kleiner Schrift folgender Eintrag :

"1752, 16. Oktober ist Marie Elisabeth Radochle wegen begangenem Kindsmord mit dem Schwert vom Leben zum Tode gebracht."

Nach Pfarrer Reusche:

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts lebte in Krausnick der Schneidermeister, Küster und Schulmeister Martin Christian Radochle, der mit einer Krausnicker Besitzerstochter verheiratet war. Als er 1747 starb, hinterließ er drei Söhne und eine Tochter.

Der jüngste Sohn siedelte nach Berlin über, der zweite verheiratete sich in Krausnick und der älteste Sohn übernahm das Küsteramt in Krausnick, starb jedoch bereits 1749. Mutter und Tochter mußten das Küsterhaus räumen und fanden Unterkunft und Stellung bei Verwandten.

Am 24. Juni 1752 bekam die Tochter ein uneheliches Kind. Aus Angst vor Schande tötete sie das Kind und versteckte es zwei Tage, um es dann im Garten des Liebhabers zu vergraben. Die Frau des Ortsamtsmanns (königlicher Gutsverwalter) schöpfte Verdacht und ließ das Mädchen untersuchen. Daraufhin wurde Maria in Einzelhaft gesetzt. Gleiches geschah mit der Mutter und dem jungen Kindsvater.

In Gegenwart des Gemeindeschulzen Müller und der Gerichtsschöppen Metzgen und Kulke fand die erste Vernehmung statt, bei der die Kindsmutter ihre Tat gestand. Das Gericht stellte weiterhin fest, daß der Vater des Kindes, ein Krausnicker Besitzerssohn, die Sünderin nicht heiraten konnte, da er noch nicht von seiner Militärzeit frei war. Er und die Mutter des Mädchens wußten von der Tat nichts.

Am 14.August 1752 wurde die 22-jährige Angeklagte, Maria Elisabeth Radochlei, auf dem Richtplatz (ca. 1000m hinter der Krausnicker Kirche) durch den Scharfrichter Große aus Storkow, im Beisein von mehr als 1000 Menschen, enthauptet.

Es war die erste und einzige Hinrichtung in Krausnick, von der die Kirchenbücher (zurückreichend bis 1660) berichten. Der Ort der Hinrichtung heißt auch heute noch im Krausnicker Volksmund "Richtegrund ".


 
"Kolistert"

Zwischen 1780 und 1790 wurde der Westteil von Krausnick (ab der alten Buchholzer Strasse) von Kolonisten, meist Handwerkern, besiedelt.

Diese wurden durch König Friedrich II. geschickt und erhielten etwas Land und einen Bauplatz.

Daher wird der Westteil von Krausnick auch heute noch "'Kolisten" (Kolonien) genannt.

 

Die "alte" Krausnicker Schule

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts verheiratete sich der Oderiner Schneider Martin Christian Radochlei nach Krausnick und übte hier, neben seinem Beruf, auch das Amt des Schulmeisters und Küsters aus.

Er soll der erste und zu dieser Zeit einzige Krausnicker Lehrer gewesen sein. In der nur einklassigen Schule wurden zeitweise bis zu 160 Kinder unterrichtet. Erst 1845 kam ein zweiter Lehrer dazu und die Schule konnte zweiklassig geführt werden. Bis im Jahre 1904 das neue Schulhaus eingeweiht wurde, befanden sich die Klassen und Lehrerwohnungen in den heutigen Wohnhäusern der Familien Lindt und Kuckei.

In diesem, zu damaligen Zeiten, komfortablen Neubau gab es zwei Klassenzimmer und zwei Lehrerwohnungen. Als die Schulklassen der umliegenden Orte in Schlepzig, und später dann in Neu Lübbenau , zusammengefaßt wurden, dienten die Räumlichkeiten der Schule den ortsansässigen Vereinen und der Jugend als Treffpunkt.

2002/2003 wurde das Schulhaus im Rahmen des Dorferneuerungsplanes und durch viele fleißige, private Hände renoviert. Heute ist dort ein Gemeindebegegnungszentrum eingerichtet. Eine Arztpraxis, das Büro des Bürgermeisters und der örtliche Jugendclub befinden sich ebenfalls in dem Gebäude.

 
Ein Großbrand in Krausnick

Am 03. November 1873 wütete in Krausnick ein gewaltiges Feuer, durch das die Gehöfte Hausnummer 27, 28, 30, 31, 32, 34, 56, 57, 58, 59, 60, 61, und 63 ganz , von Nummer 26 das Stallgebäude und von Nummer 35 das Waschhaus eingeäschert wurden. Angekommen ist das Feuer bis zum Haus Nummer 61.

Es soll Brandstiftung vorgelegen haben. Auf dem Gehöft Nummer 61 ist die Mutter des Besitzers Friedrich Gomm - Kusset, ein Kleingrundbesitzer - ums Leben gekommen. Sie wollte das Vieh von seinen Ketten befreien als der Wind die Stalltür zuschlug und sie nicht mehr aus dem verqualmten Stall herausfand.

 
Wie kommt der Turm auf den Berg ???

Aus Krausnick von 1908:

Auch das Sedansfest ließ unser Ort nicht vorübergehen ohne patriotische Feier. Der Kriegerverein hielt seinen Kirchgang zum Festgottesdienst.

Um 2,00 Uhr bewegte such der Zug durch den Ort zum Festplatz. Dort fand die Festrede, Deklamationen , Reigen und Spiele der Jugend und zuletzt Tanz statt.

Am Abend war Einmarsch mit Parademarsch vor dem Schloß, der jetzigen Pfarrei, unter Fackeln und bengalischem Feuer. Die Soldaten hatten die Aufgabe, unter Leitung des Herrn Trigometer Beer, auf dem Wehlaberg, 142 Meter über dem Meeresspiegel , einen hölzernen Sockelturm - 31,4 m hoch - zu erbauen , so dass für die Landesaufnahme ein Höhepunkt von 173, 4 m über dem Meeresspiegel gewonnen ist.

Wie schneidig und emsig die Soldaten ihre Aufgabe lösten, beweist der Umstand, dass in 14 Arbeitstagen der ganze Wehla-Turm vollendet war.

Der Aussichtsturm wurde in diesem Jahr neu gebaut und bietet einen herrlichen, atemberaubenden Rundblick über die umliegenden Spreewaldorte. Bei klarem Wetter kann man sogar den Berliner Fernsehturm sehen.