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  Leibchel - Lubochna ( am Sumpflaubwald)  
 

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Lübbener Kreisblatt 3.Dezember 1931

Am Montag Abend 7:45 Uhr kündete greller Feuerschein in Leibchel den Brand des Schlosses, das zur Zeit zum Altersheim der Neuapostolischen Gemeinde Berlin ausgebaut wurde.

In kurzer Zeit stand der ganze Dachstuhl in Flammen. Die Ortswehr konnte dem Feuer nicht beikommen und rief um 8:35 Uhr die hiesige Automobilspritze zur Hilfeleistung an. Diese war in denkbar kürzester Zeit an der Brandstelle, wo selbst auch die Pflichtfeuerwehren aus Groß Leine, Klein Leuthen und Glietz und die Freiwillige Feuerwehr Groß Leuthen mit der Kleinmotorspritze erschienen waren. Letztere und die Automobilspritze gaben gleich nach dem Eintreffen zusammen aus 3, später aus 4 Schlauchleitungen Wasser und arbeiteten bei der strengen Kälte unermüdlich 3 Stunden bis das Feuer niedergekämpft und alles geborgen war, was an Möbeln zu erreichen war. Die Pflichtfeuerwehren konnten zum Löschdienst nicht verwendet werden.

Nach Beendigung der Löscharbeiten wurde vom Kreisbrandinspektor Richter, der die Löscharbeiten leitete die Stellung von ausreichenden Brandwachen angeordnet, die etwaige Brandnester noch löschen sollten. Bei gewissenhafter Befolgung der Anordnungen hätte das Feuer nicht wieder aufleben können, daß dieses geschah, zeugt von großer Fahrlässigkeit. Das neu aufflammende Feuer griff rasch um sich, so daß das ganze Schloß ausbrannte und auch der Turm noch von den Flammen ergriffen wurde.

Bei rechtzeitiger Benachrichtigung der Lübbener Wehr hätte viel gerettet werden können. Es ist ein großer Mangel, daß um 8:00 Uhr keine Verbindung vom Brandort zu erhalten war, so daß man erst Boten nach Birkenhainchen schickte, die ungefähr eine Stunde nach Brandausbruch Hilfe anforderten.

 
     Schloß in Leibchel                        Heutiges Kinder- und Jugendheim


Der Schriftsteller Otto Lukas

wurde am Heiligabend des Jahres 1881 als Sohn des Försters Christian Lukas und seiner Ehefrau Auguste in Leibchel geboren.

Dort verbrachte er die ersten Jahre seiner Kindheit bevor seine Eltern nach Mülendorf umzogen. Er war der Verfasser zahlreicher, auch mundartlicher Geschichten und Gedichte über die Niederlausitz und den Spreewald, die er in mehreren Büchern veröffentlichte.

Eine kleine Kostprobe der Spreewälder Mundart von Otto Lukas:


Das Spreewaldmariechen

Mariechen war ins Fließ gefallen;
Die Großmutter zog es flink heraus.
Da stand's und konnte kein Wörtchen lallen,
und naß und schmutzig sah es aus.
Kein Fädchen war am Leibe trocken,
und ach! Wie tat es doch erschrocken!
Doch gegen Schreck, das weiß man gut,
ein Schlückchen Wasser Wunder tut.
Und Großmütterchen , eins, zwei, drei!
holt ein Becherchen herbei
und schöpft. Aber Mariechen will nicht trinken,
steht und läßt die Augen plinken
und gluckst und schluckt in starrer Ruh!
Großmutter redet fleißig zu:
" Willst nich, Mariechen? - Kumm man, Kumm!
Bloß'n bischen die Lippen reintunken!"
" Nee," schluchste Mariechen, blieb nicht mehr stumm,
" nee Goka, ich hao schond so vill etrunen."
 


   Ehemalige Mühle in Leibchel