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  Leibsch - Liubsi (Name des Ortsinhabers)  
 

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Zur Geschichte des Ortes Leibsch

Leibsch entstand ursprünglich aus einer sorbischen Siedlung in der Nähe des Zusammenflusses der Spreearme. Dies ist durch zahlreiche Bodenfunde belegt. Beim Namen des Ortes könnte es sich um die Kurzform eines sorbischen Personennamens, etwa "Luboslav" = Lühoch, handeln. Leibsch wurde vom 11. - 16. Jahrhundert auch als Liubsi, Lubisch, Lubusch oder Lertbiß bezeichnet.

Kaiser Konrad III. hatte im Jahre 1000 auf Bitten Markgraf Geros der Abtei Nienburg den Burgward Niemitsch geschenkt. Danach - im Jahre 1004 - hatte Kaiser Heinrich II. dieser Schenkung noch zwei weitere Burgwarde hinzugefügt: den Bezirk Triebus (Trebbus) mit 3 Siedlungen und den Burgward Liubocholi (Leibchel) mit 5 Dörfern, darunter auch Liubsi (Leibsch). Sinn dieser Schenkungen war zweifellos, die Germanisierung und Christianisierung dieser Gebiete durch das reichdotierte Kloster zu fördern.

1570 gehörte Leibsch zum Rittersitz Münchehofe. Besitzer war Otto von Langen. Leibsch hatte zu dieser Zeit 10 Bauernhufen und 7 Kossäten.

In Leibsch wurde in der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts überhaupt kein Deutsch gesprochen. Die deutsche Sprache fand erst seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts Eingang.

Der Ortsteil Leibsch-Damm war urprünglich eine Meierei. Die Bezeichnung "Colonie Dahme" in den alten Dokumenten geht wahrscheinlich darauf zurück, dass das Flüßchen südlich des Ortes irrtümlicherweise Dahme genannt wurde. 1774 gab es hier 22 Bewohner, ein Forsthaus und eine Zollbrücke.

1869 faßte der Kreistag Beeskow-Storkow den Beschluß zum Bau einer Kreisstraße von Halbe bis Lieberose. 1878 begann man mit dem Bau, 1881 wurde die Straße dem Verkehr übergeben. Nun gab es endlich eine feste Straße nach Berlin.

In Verbindung mit dem Straßenbau ist 1879 eine Holzbrücke über die Spree gebaut worden. Bis dahin konnte man nur durch Furten nach Neulübbenau gelangen. Die alte hölzerne Zollbrücke bei der Colonie Dahme wurde massiv erneuert.

1904 hatte das Ministerium für öffentliche Arbeiten den Bau eines Umflutkanals von der Spree zur Dahme beschlossen. Grundlage war das Gesetz zur Verhütung von Hochwasser vom 4.8.1904. In den Jahren davor waren durch zahlreiche Hochwasser große Schäden entstanden. 1907 bis 1911 wurde der Spree-Umflutkanal gebaut, die Kanalbrücke und die Wehranlagen mit Nadel- und Tafelwehr.

Kanal- und Spreewehranlage bei Leibsch (rechts in der Hauptspree das
ehemalige Nadelwehr).

 

 

 

 

1902 erhielt Leibsch eine Schule mit Nebengebäuden, 1910 ist der "Gasthof zum goldenen Stern" erbaut worden. 11 Jahre später wurde der Ort mit Licht- und Kraftstrom ausgestattet.

1925 begann der Bau einer neuen Stahlbetonbrücke über die Spree. Die noch vorhandene alte Holzbrücke war marode und stürzte am 6.3.1926 unter einem Lastauto ein. Die Ladung Mehl versank in der Spree, der Fahrer blieb unversehrt. Glücklicherweise war die neue Brücke gerade fertig geworden. Im gleichen Jahr feierte der "Gasthof zum Spreewald "sein 200-jähriges Bestehen.

Bei Kriegsende im April 1945 wurden die Brücken über Spree und Kanal noch von den deutschen Truppen gesprengt. Am Rande des Kessels von Halbe gelegen, waren in Leibsch die Auswirkungen der letzten Kämpfe zu spüren. Als die russische Armee einmarschiert sind fast alle Gebäude beschädigt und viele ganz zerstört. Es gab keinen Strom, das Vieh der Bauern war tot oder lief frei herum. Die Säale der beiden Gaststätten wurden zu Lazaretten.

1954 ist der Soldatenfriedhof in seinem heutigen Aussehen angelegt worden. Hier liegen 73 namentlich bekannte und 82 unbekannte Soldaten begraben.

Im Sommer 1959 suchte eine Sturm- und Hagelkatastrophe den Ort heim. Das Unwetter vernichtete .fast die gesamte Ernte, Scheunen werden zerstört, unzählige Bäume entwurzelt. Die Nachbargemeinden halfen mit Spenden.

1960 wurde eine Friedhofshalle gebaut, 1980 entstand der neue Konsum. Für beide Gebäude leisteten die Leibscher unzählige freiwillige Arbeitsstunden.

Von 1988 bis 1990 wurde die Wehranlage komplett erneuert. Das Landesumweltamt stellte dafür 9 Millionen DM zur Verfügung. Die alten Wehre und die Bootsschleppe sind als Schaustücke aufgestellt worden. Später kamen andere alte Wehre und Schautafeln dazu. So ist inzwischen ein interessantes Freilichtmuseum entstanden.

Idyllisch gelegenes Fachwerkhaus an der Spree in Leibsch.

 

 

 

 

 

Außerdem gibt es im Ort auch 2 Kahnabfahrtsstellen, von denen man sich durch Leibsch in den weiteren Unterspreewald staaken lassen kann. Die beiden Gaststätten der Gemeinde bieten jedem spreewaldtypische Gerichte, gemütliches Sitzen im Biergarten an der Spree und geschmackvolle Übernachtungsmöglichkeiten. Über 20 kleine und größere Unternehmen sind in Leibsch zu Hause und bieten die vielfältigsten Dienstleistungen an.